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Tourenberichte - Flämingrunde 2018

Trotz des außergewöhnlich günstigen Radfahrsommers mit extrem wenig Regen und angenehmen Temperaturen bis in den Oktober ist jetzt doch die Straßensaison beendet. Am 14.10. sind wir zum traditionellen Saisonabschluss nach Saarmund südlich von Berlin gefahren, um an der dortigen RTF teilzunehmen, der "Flämingrunde" des RC Berliner Bär. Wiederum haben wir uns für die mittellange Strecke von 110 km entschieden, weil das unserem Trainingszustand entspricht ;-) Das Wetter war einfach genial, nach noch kühler Anfangsphase konnten die Armlinge weg, und wir konnten komplett in kurzen Sachen fahren, das haben wir schon ganz anders erlebt um die Jahreszeit.

Nach anfänglicher Findungsphase auf den ersten Kilometern kam der Rennexpress von hinten (Gruppe mit geschätzt ca. 40er Schnitt), und wir hängten uns erstmal dran, was dank Zieharmonikaeffekt nicht einfach zu koordinieren war. Als wir am ersten Kontrollpunkt bei gut 30 km zur Seite fuhren (war eigentlich eh zu schnell), rasten die weiter wie im Rennen, aber es sammelten sich weitere Mitstreiter, die gut zu unserem Tempo passten. So verlief der Rest der Strecke recht harmonisch bei flotter Fahrt und sinnvollen Wechseln, wobei die Gruppe immer kleiner wurde. Am letzten Kontrollpunkt bogen schließlich die letzten 4 Mitstreiter auf die Zusatzschleife der langen Runde, und wir fuhren allein zu Ende. Gut ausgepowert kamen wir zurück zum Saarmunder Sportplatz, konstatierten einem guten 34er Schnitt und genossen die Sonne ausführlich bei Kaffee, Kuchen und Brötchen. Unser Calfee zog wie meistens eine ganze Menge Interesse auf sich.

Eine Woche drauf war dann die voraussichtlich letzte Rennradfahrt dran bei ruhigem, aber doch schon deutlich kühlerem Wetter. Jetzt werden die dünnen Reifen durch dicke, die kleinen Ritzel durch große und die Straße durch Wald ersetzt, allerdings nicht mehr per Tandem, die Zeiten sind vorbei.

Gut 2.000 Kilometer hat das Calfee jetzt auf der Uhr, eine gute Gelegenheit, einen Blick auf den Verschleißzustand zu werfen und etwas Bilanz zu ziehen. Bisher gab es keine technischen Probleme – die Scheibenbremsen verzögern geräuscharm und effizient, die Laufrädern stehen (nach dem anfänglichen Neuaufbau), der Rahmen ist insbesondere im Wiegetritt supersteif. Der Zahnriemen des Synchronantriebs funktioniert wie am ersten Tag, wir haben bisher nichts daran gemacht, weder gesäubert noch nachgespannt, allerdings sind wir auch fast immer bei trockenem Wetter gefahren. Hier sind ein paar Bilder, an denen man vielleicht ein paar Details erkennen kann:

Die Zähne der Riemenscheiben zeigen an den Flanken ganz leichten Verschleiß (auf den Bildern ist der am stärksten belastete Bereich zu sehen), und auch der Riemen zeigt keinen wirklichen Verschleiß, nur die textile (blaue) Oberfläche ist etwas plattgedrückt. Die Vorspannung passt aber wie gesagt unverändert.

Zur Effizienz von Zahnriemen gibt es einige Beiträge im Netz, man ist sich nicht ganz einig, ob ein Riemen unter Last genauso effizient ist wie eine Kette oder vielleicht doch etwas Leistung absorbiert. Unter Last sind beide Systeme praktisch gleichauf, aber das Pulsieren der Antriebskraft ist schwer im Experiment zu simulieren. Ich finde, das ist schwer einzuschätzen, denn im Stand ohne Last dreht sich der Antrieb mit Riemen wegen der Vorspannung etwas schwerer, aber unter Last kann man das nicht beurteilen, dort erzeugen auch Kettengelenke Reibung. Am Tandem mit den großen Synchronblättern dürften etwaige Walk-Verluste sehr gering sein. Dafür ist die Sache augenscheinlich wartungsfrei, sauber und leichter.


© D. Bettge; 28.10.2018